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Thüringer Lücken
Ein Blick auf das aktuelle Bahnnetz täuscht nicht mehr darüber hinweg:
Diese Verbindungen sind kein Netz mehr, sondern eher ein Flickenteppich!
Durch viele Abbestellungen von Schienenwegen, seit 1990 laut Allianz pro Schiene 16% in ganz Deutschland, sind viele Strecken aus dem Kursbuch verschwunden. Und das trotz steigender Fahrgastzahlen und wachsendem Bedarf des Güterverkehrs!!! So wurden auch in Thüringen viele Strecken eingestellt, deren Gründe doch immer wieder auf fehlende Finanzen zurückzuführen sind.
Gründe des thüringer Flickenteppich sind:
1. Streckenstilllegungen
Viele Bahnlinien in Thüringen haben aufgrund des sanierungsbedürftigen Oberbaus (der von DB Netz teilweise bewusst nicht durchgeführt wird, siehe auch http://www.der-fahrgast.de/Archiv/2005/2005-2-05_14.pdf) eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die Langsamfahrstellen und damit einhergehende Fahrzeitverlängerungen oder aber die komplette Einstellung des Schienenverkehrs bewirkten. Es wurden Strecken stillgelegt, die wegen des katastrophalen Zustandes nicht mehr befahrbar waren! Anstatt hier eine Finanzspritze zu verabreichen wurden die Strecken einfach aufgegeben.
Betraf das einen Teil einer Bahnlinie, war auch das endgültige Ende der so entstandenen Stichstrecke bald besiegelt, da die Züge so nur noch in eine Richtung zum weiterführende Bahnnetz fuhren, sie verloren so ihre Attraktivität bei den Reisenden.
Durch fehlende oder unzureichende Anschlüsse und Qualitätseinschnitten auf Hauptbahnen blieben dann auf den Zubringerstrecken ebenfalls Reisende aus und wurden stillgelegt.
Ebenso gefährdet waren (und sind) auch Strecken über die Landesgrenzen hinaus: Während die eine Landesregierung die Bahnlinie weiter betreiben wollte, bestellte die andere sie ab - mit dem Resultat, dass die Strecke komplett deaktiviert wurde.
2. fehlende Bereitschaft an Wiederaufnahme von Bahnlinien - falsche Politik
Neu entstandenen Verkehrströmen durch Berufs- und Schülerverkehr und vor allem der Touristik werden immer noch nicht genügend Bedeutung beigemessen - diese könnten aber die wirkliche Alternative zum immer teurer werdenden PKW-Individualverkehr sein. Dies betrifft vor allem Strecken über die Landesgrenze hinaus an dort vorhandene Bahnlinien und durch touristisch erschlossene Gebiete.
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